
Detail
ohne Titel (Landschaft)
seit 2017
Es sind Ausschnitte von Natur, die ich fotografiere – Äste, Gräser, Blüten, Blätter, Zweige. Unscheinbares, Nebensächliches. Ich bewege mich in der mir durch unzählige Wanderungen vertrauten Natur und schaue, bis ein Bild in Beziehung mit meinem Schauen entsteht. Es ist das Ganze, das ich dann zum Bild werden lasse – alle Details auf den Bildern sind scharf, allen Ebenen wird die gleiche Bedeutung gegeben, es gibt keinen Vorder- oder Hintergrund, kein Hauptsujet, das das Bild bestimmt und den Blick leitet. Zumeist entsteht nur eine einzige Fotografie, die ich nicht digital bearbeite.
So ist meine Herangehensweise eine phänomenologische, die versucht, dem Gegenüber ohne zuvor bestehendem Urteil zu begegnen. Indem ich mein (vorgefertigtes, erlerntes) Wissen vom Sehen löse, kann ich selbst – als Fotograf – Teil meiner Umwelt sein und gerade nicht außenstehender Beobachter. Das Bild entsteht so erst in der Begegnung. Die Erfahrung, die ich in der Begegnung mache, liegt vor dem Nachdenken, vor dem urteilenden Einordnen und dem Wissen und lässt das Bild selbst offen sein – es ist kein festgehaltener Moment, keine bestimmte Situation, sondern steht für sich selbst und kann in der Betrachtung selbst immer wieder neu erfahren werden.

ohne Titel (Landschaft), 2018, C-Print, 71 x 56,8 cm



ohne Titel (Landschaft), 2024, C-Print, 101 x 80,8 cm

ohne Titel (Landschaft), 2021, C-Print, 56,8 x 71 cm