Fluss
2024
Entlang des Rheinseitenkanals, im Dreiländereck zwischen Deutschland, Frankreich und der Schweiz, entstand die Arbeit. Die Region ist geprägt von industriellen Eingriffen: Kernkraftwerke, Wasserkraftanlagen und der begradigte Verlauf des Flusses formen eine technische Landschaft, in der der Mensch Ordnung geschaffen hat. Der Kanal steht für Kontrolle – seine Ufer sind betoniert, der Fluss strömt durch künstliche Betten, die Kraft des Wassers ist nicht sichtbar, es gleicht einer glatten, vollkommen ruhigen Oberfläche.
Im Gegensatz dazu stehen die feinen Gräser, Äste und Zweige, die in meiner Arbeit in den Vordergrund treten. Unscheinbar und doch beharrlich widersetzen sie sich der menschengemachten Struktur. Ihre natürliche Unordnung bildet einen stillen Gegenentwurf zur konstruierten Landschaft. Die fotografische Arbeit untersucht dieses Spannungsfeld und macht sichtbar, wie brüchig die Grenze zwischen menschlichem Streben nach Kontrolle und der widerständigen Kraft der Natur ist.